Kärcher K5 oder K7: Welcher Hochdruckreiniger passt?

Der Kärcher K 5 und der K 7 stehen im Baumarkt nebeneinander, sehen sich ähnlich und trennen sich in einer Zahl: fünfundvierzig Bar Druck liegen zwischen ihnen. Ob das reicht, um die größere Maschine zu rechtfertigen, hängt weniger am Schmutz als an der Fläche, am Wasserhahn und daran, wie oft das Gerät den Keller verlassen muss.
Wer die Klasse noch grundsätzlich abwägt, findet die Übersicht bei den Hochdruckreinigern. Hier stehen die beiden Kärcher-Modelle mit ihren Datenblättern nebeneinander.
- Der K 5 Power Control, wenn Auto, Terrasse und Gartenmöbel die Aufgabe sindhundertfünfundvierzig Bar, fünfhundert Liter pro Stunde, vierzig Quadratmeter Flächenleistung und dreizehn Kilogramm, die sich noch tragen lassen
- Der K 7 Premium Smart Control Home, wenn große Steinflächen regelmäßig dran sindhundertachtzig Bar, ein Boost-Modus für hartnäckige Stellen, Steuerung über die App und der Flächenreiniger T 7 samt Steinreiniger schon dabei
- Beide kommen mit zehn Metern Hochdruckschlauch und dem 3-in-1-Multi-Jet-Strahlrohr
Die zwei Kandidaten
Kärcher K 5 Power Control
145 bar, 13 Kilogramm
Kärcher K 7 Premium Smart Control Home
180 bar, mit Flächenreiniger
Die Daten nebeneinander
| Merkmal | K 5 Power Control | K 7 Premium Smart Control Home |
|---|---|---|
| Maximaler Druck | 145 bar | 180 bar |
| Fördermenge | 500 l/h | keine Angabe |
| Flächenleistung | 40 m²/h | keine Angabe |
| Gewicht laut Hersteller | 13 kg | keine Angabe |
| Gewicht laut Handel | rund 15 kg | rund 23 kg |
| Druckregelung | durch Drehen am Strahlrohr | an der Pistole oder in der App |
| Anzeige | LED-Display an der Pistole | keine Angabe |
| App-Anbindung | Tipps in der Home und Garden App | Steuerung per Bluetooth |
| Boost-Modus | keine Angabe | ja |
| Wasserfilter | ja | keine Angabe |
| Reinigungsmittelsystem | Plug n Clean zum Einstecken | keine Angabe |
| Schlauchtrommel | keine Angabe | ja |
| Hochdruckschlauch | 10 m | 10 m |
| Strahlrohr | 3-in-1 Multi Jet | 3-in-1 Multi Jet |
| Dreckfräser | im Lieferumfang | keine Angabe |
| Flächenreiniger | keine Angabe | T 7 im Lieferumfang |
| Reinigungsmittel dabei | keine Angabe | Steinreiniger 3-in-1 |
| Artikelnummer | 1.324-550.0 | 1.317-233.0 |
Werte nach den Herstellerangaben zu beiden Modellen. Kärcher nennt beim K 7 in dieser Ausführung weder Fördermenge noch Flächenleistung oder Gewicht und führt weder Wasserfilter noch Dreckfräser auf, beim K 5 fehlen die Angaben zu Schlauchtrommel und Boost-Modus; diese Zeilen bleiben offen. Dass eine Ausstattung nicht aufgeführt ist, heißt nicht zwingend, dass sie fehlt, die Datenblätter sind unterschiedlich ausführlich. Die Handelsgewichte sind gerundete Angaben einschließlich Verpackung und Zubehör und taugen zum Größenvergleich, nicht als Messwert; das genannte Herstellergewicht von dreizehn Kilogramm meint das Gerät. Die weiter unten gerechneten Werte zu Zeit, Wasserverbrauch und Abstand beruhen auf den genannten Zahlen und auf üblichen Annahmen, sie sind Größenordnungen. Die hervorgehobene Zelle ist der bessere Wert, nicht automatisch der wichtigere. Eine fehlende Angabe zählt nicht als Nachteil.
Was aus den Zahlen folgt
Wie lange eine Terrasse wirklich dauert
Die Rechnung mit der Flächenleistung
Der K 5 schafft laut Kärcher vierzig Quadratmeter in der Stunde. Eine mittlere Terrasse von dreißig Quadratmetern bedeutet also rund fünfundvierzig Minuten am Stück.
Bei fünfhundert Litern pro Stunde laufen in dieser Zeit rund dreihundertfünfundsiebzig Liter Wasser durch, das entspricht gut zwei vollen Badewannen.
Diese Zahl gilt für das Strahlrohr in der Hand. Mit einem Flächenreiniger, der zwei Düsen rotieren lässt und die Breite verdoppelt, halbiert sich die Zeit ungefähr.
Praktisch heißt das: Wer regelmäßig große Steinflächen reinigt, gewinnt durch den Flächenreiniger mehr Zeit als durch fünfundvierzig Bar mehr Druck. Beim K 7 Home liegt er bei, beim K 5 wird er zugekauft.
Ob der eigene Wasserhahn überhaupt mitkommt
Die Rechnung mit dem Zulauf
Ein Hochdruckreiniger saugt nicht, er verdichtet, was ihm zuläuft. Fünfhundert Liter pro Stunde sind gut acht Liter in der Minute, die der Anschluss dauerhaft liefern muss.
Das prüft man mit einem Eimer: Zehn Liter müssen in etwa siebzig Sekunden voll sein. Dauert es deutlich länger, bekommt die Pumpe zu wenig Wasser.
Die Folge ist kein Fehler im Display, sondern ein Gerät, das ruckelt, laut wird und im schlechtesten Fall trocken läuft. Größere Maschinen brauchen entsprechend mehr Zulauf.
Praktisch heißt das: Wer einen alten Gartenanschluss oder eine lange dünne Zuleitung hat, sollte den Eimertest vor dem Kauf machen. Ein zu großes Gerät bringt an einem schwachen Hahn keine Mehrleistung.
Warum der Abstand mehr macht als der Druck
Die Rechnung mit dem Strahl
Hundertachtzig Bar sind rund vierundzwanzig Prozent mehr als hundertfünfundvierzig. Auf der Fläche kommt davon aber nur an, was der Strahl beim Auftreffen noch hat.
Der Druck am Objekt fällt mit dem Abstand deutlich ab, weil sich der Strahl auffächert und Luft mitreißt. Zehn Zentimeter näher heran wirken oft stärker als der Sprung von einer Geräteklasse zur nächsten.
Genau deshalb ist der Abstand auch die Gefahrenstelle: Auf Holz, Fugen und Fahrzeuglack richtet ein zu naher Strahl mehr Schaden an, als der Schmutz je angerichtet hat.
Praktisch heißt das: Immer aus großem Abstand anfangen und langsam näher gehen. Und für Holzdielen oder alte Fugen ist der schwächere Fächerstrahl die richtige Wahl, unabhängig davon, was das Gerät könnte.
Wofür welches Gerät reicht
Wie sich ein K 5 mit Schlauchtrommel im Einzelnen schlägt, steht im Test des Kärcher K5 FJ Home. Für kleine Flächen lohnt der Blick auf die Hochdruckreiniger für den Balkon, und wer drinnen putzt, findet die passenden Geräte bei den Dampfreinigern.
Wo jedes von beiden gewinnt
Für den K 5 spricht
- Dreizehn Kilogramm, noch gut zu tragen
- Fördermenge und Flächenleistung angegeben
- Wasserfilter schützt die Pumpe
- Dreckfräser liegt bei
- Druck am Strahlrohr regeln, Anzeige an der Pistole
Für den K 7 spricht
- Hundertachtzig Bar maximaler Druck
- Boost-Modus für hartnäckige Stellen
- Flächenreiniger T 7 im Lieferumfang
- Steinreiniger als Reinigungsmittel dabei
- Schlauchtrommel für zehn Meter Schlauch
Der Sprung von einer Klasse zur nächsten lohnt fast nie wegen des Drucks allein. Er lohnt, wenn die Fläche groß genug ist, dass ein Flächenreiniger die Arbeit halbiert, und wenn das Gerät ohnehin fest im Schuppen steht, sodass die zehn Kilogramm Unterschied niemanden stören. Wer dagegen alle paar Wochen das Auto wäscht und im Frühjahr die Terrasse abzieht, hat mit dem kleineren Gerät die leichtere Maschine und dieselbe saubere Fläche, nur ein paar Minuten später.




